Also am Wochenende vor meinem Abflug nach Deutschland kam Olav zu Besuch. Wir hatten beschlossen, uns ein Auto zu mieten und etwa 3 Stunden nach Norden zu fahren. Den Ort, sprichwörtlich ein richtiges Nest namens "Hawks Nest", habe ich über Google Maps gefunden (ja ein bisschen Werbung muss hier mal gemacht werden, Google für alle Lebenslagen :-)), bin einfach mal im Satellitenview nach oben gescrollt und hatte diesen wunderschönen langen Sandstrand gesehen und gedacht: Da müssen wir hin! Nachdem wir bereits in der Vergangenheit auf australischem Boden einen Unfall durch ungewohnten Linksverkehr hatten (das ging auf meine Kappe, blöde schmale Brücke!), waren wir beide etwas nervös im Anbetracht der Freitag abend Rush Hour. Aber alles ging super, Olav kroch mit 40 km/h und starken Nerven in Darling Harbour vorbei, um mich abzuholen und los ging's! Das Wochenende war echt wie ein Urlaub, die Küste dort wird von den Einheimischen auch liebevoll das "Rio" und "Tahiti" Australiens genannt. Naja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber ein wenig karibisches Flair kann man schon finden. Nur nicht in den Leuten, die sind sowas von "No Worries", personifizierte Sans Soucis sozusagen. Alles immer mit der Ruhe, das Fischen hat sie wohl Geduld gelehrt. Der Strand jedenfalls hat mich total umgehauen, stellt Euch vor, ganz ganz alleine an einem kilometerlangen Sandstrand entlangzurennen, neben der Brandung, unter den Möwen, den Wind im Haar, das Salz auf den Lippen. Unbeschreiblich schön! Keine Häuser, nur Wald. Urlaub für die Seele war das! Als wir so am Strand entlanggingen, schwammen im Meer zwei Delphine vorbei, ganz relaxt, als wäre es das normalste von der Welt. Dabei ist mir wieder der Vorfall mit dem Weißen Hai eingefallen, der dort einige Tage zuvor stattgefunden hatte: Ein Surfer wurde in einer Gruppe Delphine in der Nähe von Hawks Nest angegriffen. Dieser Vorfall hat mich meines Glaubens beraubt, der "böse" Hai ist nie da, wo die "guten" Delphine sind und wenn, dann greift man ihre Flosse und sie retten dich, Naja, oder so ähnlich.
Hier ein paar Aufnahmen von einem wirklich schönen Wochenende:
Am Mittwoch darauf ging dann mein Flug nach Deutschland. Ja, was soll ich sagen, das Markanteste an diesem Flug waren 12 Stunden Dunkelheit, da das Entertainmentsystems des gesamten mittleren Blocks nicht funktionierte...keine Karte, keine Filme und vor allem kein Licht, da dieses -ganz schlau- ans Entertainmentsystem gekoppelt ist. Da ich im Flieger üblicherweise nicht schlafen kann, blieb mir nichts anderes übrig, als ins Dunkle zu starren, im Toilettengang Dauerlauf zu machen und dabei Abscheu für die Leute zu empfinden, die sich nicht entscheiden konnten, welchen tollen Film sie als nächstes ansehen werden. Ich war heilfroh, deutschen Boden zu betreten, die frische Luft zu atmen! Die Zugfahrt nach Ingolstadt verlief auch ohne Probleme und Arlett holte mich ab. Da hab ich die kleine Kathy zum ersten Mal gesehen, so ein süßer Fratz :-)! Sie hat eine Weile gebraucht, sich an mich zu gewöhnen, aber schon am 2. Tag hab ich sie geschoben und gefüttert und geknuddelt (man beachte die Mütze auf dem 2. Bild mit der Aufschrift "I love my Aunty" :-)).
Leider wurde am 2. Tag unser aller Glück heftig getrübt, als ein Anruf meiner Mutter kam, mein Vater sei sehr krank und im Krankenhaus. Die erste Diagnose stellte sich noch als zu harmlos heraus, weshalb ich meine Pläne umwarf und vorzeitig zu meinen Eltern nach Wittenberg fuhr. Da war plötzlich nichts mehr, wie es war und überschattete meinen gesamten Deutschlandbesuch. Obwohl ich nicht sehr religiös bin, glaube ich dennoch, dass es kein Zufall war, dass ich gerade dann in Deutschland war. Ich bin wirklich dankbar, dass ich bei meiner Familie sein konnte in dieser schweren Zeit.
Ja, Jetzt bin ich zurück seit 1 Woche, zurück in meinem Leben, in der Welt, die so anders ist als die deutsche. Manchmal fühle ich mich wirklich schizophren, weil ich das Gefühl habe, in Parallelwelten zu leben. Nur eines hat mir den Übergang leichter gemacht: das Wetter! Während ich zuhause das Glück hatte, Schnee zu erleben, regnet es seit meiner Ankunft hier fast pausenlos. Naja, die Sonne kommt schon wieder. Meine Gedanken sind jetzt zuhause, und ich wünsche meinem Paps alles Gute.
Vielen Dank auf diesem Wege nochmal an alle, die an meinen Geburtstag gedacht haben; ich hab mich sehr gefreut, von Euch zu hören! Nach Feiern war mir nicht so recht zumute; das Wetter war auch zu furchtbar, um ans Meer zu fahren:
Aber diesen Samstag kommen Ute und Olli für eine Woche zu Besuch, ein guter Grund, Karaoke singen zu gehen. Ding Dong Dang heisst der Club, angeblich Sydneys beste Karaoke Location. Anscheinend muss man 'ne Schmerzsteuer für taube Ohren bezahlen: 100 Dollar kostet eine Stunde! Nun ja, ich bin mal gespannt, wie das wird. Ich hoffe, es geht Euch gut. Bestimmt haben wir im Sommer mehr Zeit zum Telefonieren und hoffentlich auch Treffen, wenn ich im Juni wieder nach Deutschland zu Besuch komme.
Passt auf Euch auf...!
Eure Dagi
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