Wohnen in Australien

Als ich im Mai 2008 in Sydney ankam, war alles ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Es ist ein großer Unterschied, ob man als Backpacker frei wie ein Vogel nach Australien kommt oder sein Leben dort EINRICHTET. Glücklicherweise hatte ich eine Relocationhilfe an die Hand bekommen, eine herzensgute Frau um die 50 namens Sally, die mir in den ersten Wochen eine Art Mutterersatz für mein gestrandetes Herz war. Natürlich kannte ich Sydney an sich, aber nun eine Wohnung zu finden, gestaltete sich schwierig - schließlich kannte ich nur die typischen Backpackergegenden Kings Cross, Darling Harbour, Bondi oder Woolloomooloo (ja, die Schreibweise musste ich jetzt auch nochmal googlen). Um eines vorweg zu sagen: Sydney gehört bezogen auf die Mieten zu den teuersten Städten der Welt. Die ersten Wohnungen, die wir besichtigten, waren nasse, schimmelige, dunkle Löcher mit Palmen davor - außen hui, innen sowas von pfui und das für eine monatliche Miete von 1500 Australian Dollar, circa 1.100 Euro, kalt versteht sich. Kalt ist ein wichtiges Stichwort, denn in Sydney, wie auch in Melbourne, kann es im Winter empfindlich kalt werden. Heizungen sind in Mietwohnungen nur in besonders gehobenen Exemplaren zu finden...so bei 2.500 AUD im Monat könnte man hoffen. Dies entsprach nicht meinem Budget, so dass ich mich verfluchte, mein elektronisches Heizkissen im Container zu haben und nicht bei mir. Innerlich geflucht habe ich auch, als ich diese Wohnungen sah, mein erster Kulturschock. Mein kleines deutsches Herz schrie: "Ungerechtigkeit! Mietwucher! Ordnungsamt!", ich wollte zurück in meine Hamburger Wohnung mit Holzdielen und sauberen Wänden, ich wollte hier nicht verschimmeln und dafür soviel zahlen, wie für eine Luxuswohnung im besten deutschen Kiez. Kalt, wohlbemerkt, kalt! Es sollte nicht mein letzter Fluch gewesen sein. To be continued....

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