So ein bisschen krass ist es ja schon: nun habe ich 1,5 Monate nichts mehr auf meinem Blog gepostet, und nun ist es schon Frühling. Wir hatten hier in Sydney in den letzten Wochen schon Tage mit 36 Grad! Gestern, zum Beispiel. Mit ordentlich Wind dazu; ich hatte die Augen geschlossen und mit vorgestellt, in der Wüste zu sein. Das war einfach.
Mittlerweile bin ich schon ein halbes Jahr hier und kann sagen, dass ich mich gut eingelebt habe. Für ein paar Wochen hatte ich Besuch aus Deutschland: Tobi kam, um Sydney und Australien zu entdecken. Für 10 Tage sind wir dann nach Cairns gereist, wo wir soviel erlebt haben, dass es sich anfühlte wie einen Monat. Wir sind auf eigene Faust durch den Regenwald gelaufen, haben einsame Strände entdeckt, Krokodile gesehen, geangelt (und nix gefangen), einem Aussteiger aus der Zivilisation zum ersten Mal eine Digitalkamera erklärt, seinen Krokodilserlebnissen gelauscht, mit einem Boot durch die Mangroven gefahren, eine Kanutour gemacht und in Wildwasserstrudel geraten, Fahrrad gefahren, von Blutegeln angegriffen worden, viel gegessen und vor allem 6 mal getaucht mit Hai und Schildkröten und Muränen und dem kleinen Nemo. Cairns kann man echt super als Basis für einen Aktivurlaub nehmen. Als wir dort waren, ist gerade ein Mann aus Cooktown von einem 6m Krokodil gefressen worden; da waren wir natürlich besonders wachsam. Man kann leider nicht wirklich an den Stränden baden, da sie überall sein können (allein die Vorstellung, sie beobachten dich und liegen auf der Lauer...gruselig).
Es war echt ein cooler Urlaub. Was mich am meisten beindruckt hat, ist, wie bewusst einem wird, wie klein und hilflos der Mensch gegen die Natur ist. Fährt man mit dem Auto in den Norden, muss man einen Fluss (mit Krokodilen natürlich) überqueren, und dahinter ist kaum eine Menschenseele.
Es gibt eine Straße und entlang dieser ein paar verstreute Häuser. Ansonsten ist man allein mit sich und dem Regenwald. Ich fand es total schön, sich wieder als Teil eines Größeren zu sehen, nicht abgeschottet in einem Bürogebäude, in einem Hochhaus, in einer Großstadt. Beim Tauchen haben wir uns einmal "vertaucht" und haben den Weg zurück zum Boot verfehlt. Da ist man dann da unten in dieser Welt und ist so abhängig von der Technik und merkt, dass man eigentlich dort gar nichts verloren hat. Wie weit können wir ins Universum fliegen und wie wenig tief ins Meer abtauchen?
Ich weiß, ich arbeite in einem der dynamischsten und von Technik beherrschten Bereiche, dem Internet, aber in diesem Urlaub habe ich das Offline-Gefühl so genossen.
Vor ein paar Wochen war ich in der Oper, im Hauptsaal und muss ja sagen, dass sie innen wirklich nicht mit deutschen Opernhäusern mithalten kann. Chic der 7o er Jahre mit ganz einfachen braunen Klappstühlen. Die Akustik hingegen ist überwältigend. Habe mir dort die Interpretation von Leonard Cohens Werken des Komponisten Philip Glass angehört. Anschließend durfte ich sogar in den VIP-Bereich und auf dem Balkon der Oper bei einem Glas Sekt die Aussicht genießen.
Nächste Woche habe ich meine erste Schlagzeugstunde. Das wollte ich schon immer mal lernen, weiß aber noch nicht, ob das wirklich soviel Spaß macht, wie es aussieht. Ich werde auf jeden Fall beim nächsten Mal berichten.
Ach, ich werde wieder regelmäßig schreiben. Ihr wisst immer noch nix darüber, wie die Australier so ticken, na versprochen habs ichs ja schon lange. Nächstes Mal, ihr seid bestimmt müde vom Lesen :-)
Bis bald!
PS: Biete Sushi gegen eine schöne deutsche Butterstulle. Träum ich nachts von. Hmm.
No comments:
Post a Comment