Langes Wochenende

Was fuer ein schoenes langes Wochenende! Da wir hier in Australien dieses Jahr nur 2 freie Tage zwischen Ostern und Weihnachten haben, habe ich den einen Feiertag wirklich genossen (der naechste kommt erst im Oktober...). Eigentlich hatte ich ueberlegt, wieder nach Hawks Nest zu fahren, 3 Stunden noerdlich von Sydney, aber dann war die Wettervorhersage nicht so prickelnd und so bin ich in Sydney geblieben. Am Samstag bin ich in den Kurang-gai National Park gefahren, etwa 25km noerdlich von Sydney. Ich hatte vorher im Internet darueber gelesen und hatte es mir schon lange vorgenommen, die Ecke zu erkunden. Leider hab ich meine Kamera zuhause vergessen, daher keine Bilder von diesem tollen Tag :-(

Ich hatte im Netz einen Rundweg gefunden, der als schoen beschrieben wurde, etwa 25km. Es hat erstmal 10 Minuten gedauert, bis ich den Anfang gefunden hatte, bin vom Bahnhof in Hornsby auf dicht befahrenen Strassen gefahren und war erstmal echt wenig begeistert. Ich muss auch mal wieder echt sagen, wie schlecht die Australier Auto fahren. Erst heute abend habe ich einen Bericht ueber dieses Thema im TV gesehen. Ich bin 2002 um den Arc de Triomphe in Paris im Kreisverkehr geradelt, das war nix gegen Hornsby :-) Nun ja, ich will mal nicht lamentieren, aber der eine oder andere Radweg wuerde das Gesundheitssytem hier sicher entlasten. Nach 20 Minuten Fahrt wurde es aber ruhiger und ich bin an supernetten Haeusern vorbeigekommen, direkt mit Garten im Gruenen. Das sieht man in Sydney eigentlich nicht; hier stehen die Haeuser meist extrem dicht nebeneinander aufgrund der Mega-Grundstueckspreise. Es ist mir wirklich ein Raetsel, wie die Menschen hier ihre Haeuser finanzieren! In Cammeray, wo ich wohne, gehen Haeuser locker fuer 2,5 Millionen Dollar ueber den Tisch (1,4 Millionen EUR)...ich meine, selbst wenn das alles auf Pump laeuft...wieviel Mortgage muessen sie denn jeden Monat abbezahlen?! Nee, das versteh ich nicht. Vielleicht haben sie von Generation zu Generation Haeuser und Land weitervererbt, was dann im Wert gestiegen ist. Gestern habe ich ein Schild vor einem Wohnblock an der Autobahn gesehen: 1 Bedroom flat from $400.000...das ist doch echt krass, Abgase inklusive. Naja, ich schweife ab, Also ich radelte so vorbei an den schoenen Hornsby-Haeusern, bis ich dann mitten im Nationalpark landete...nur noch Baeume, Felsen, Wasser. Das war echt schoen, und das Schoenste war, dass es so richtig bergab ging! Auf der anderen Seite kamen all die Rennradfahrer angekrochen, und mir schwante schon, was auf mich zukam. Im Tal angekommen, hab ich erstmal 'ne Pause gemacht (Rasen macht hungrig :-)) an einem Fleckchen namens Bobbin Head, wunderschoen gelegen, am Wasser umringt von Bergen und Wald. Da bin ich auf eine Gruppe Nonnen gestossen, die lachend und christliche Lieder singend das Klischee vom Frieden in Bobbin Head vollkommen gemacht haben. Anschliessend ging es dann nur noch bergauf, und waehrend ich mich unten in Bobbin Head noch fragte, wieso eigentlich alle die Runde entgegengesetzt fahren, wurde es mir 10 Minuten spaeter kristallklar: diese Seite war kuerzer und daher steiler als die andere. Ich hab mich ordentlich abgekaempft und war stolz, als ich oben war. Unterwegs hatte ich noch ein Wallaby gesehen, was ueberhaupt nicht scheu war. Als ich dann oben war, war der Weg ploetzlich zuende, denn der Typ aus dem Internet hat die 6 spurige Autobahn als Rueckweg beschrieben (also mittlerweile bin ich ja abgehaertet, aber das ist doch wohl echt nicht mehr normal?!), ich hab sogar einen Rennradfahrer die Auffahrt runterfahren sehen. Nee, das musste ja nicht sein, also bin ich irgendwie ueber Umwege zurueck nach Hornsby. Ein echt cooler Tag, abschliessend gewuerdigt mit einem Steak eigens von mir gekocht :-)

Am Sonntag war ich dann erstmal total faul, hab mich dann aber am Nachmittag zu einem Spaziergang aufgemacht, der richtig schoen war und quasi gleich nebenan. Der Weg fuehrt nach Cremorne Point, das der Oper direkt schraeg gegenueber liegt. Hab mir wieder gedacht, wieviel man hier entdecken kann, ohne weit wegzufahren.

Heute war ich megamegamegafaul. Und trotzdem hab ich das Gefuehl, je weniger ich mache, desto mueder werde ich. Vielleicht werde ich die Tage auch mal zum Arzt gehen, denn ich denke, Eisenmangel ist ein Grund dafuer. Die naechsten 1,5 Wochen bis zu meinem Flug werden nochmal echt anstrengend auf Arbeit. Letzten Donnerstag abend war ich auf einem Meeting der UPA, einer Usabilityorganisation, die gelegentlich ein social get together orgsanisieren. Da habe ich mich mit Matthias, einem deutschen Usability Experten bei Telstra und Juergen, oesterreichischer Usabilityexperte bei Vodafone, gut unterhalten, auch ueber kulturelle Unterschiede zwischen den Laendern. Es tat echt gut, sich darueber auszutauschen, denn mit Australiern kann man sich zwar darueber unterhalten, letztendlich verstehen sie deinen Blickwinkel aber nicht, da sie nicht wissen, wie es bei dir im Land ist. Alles in allem war es ein netter Abend, fuer den es sich gelohnt hat, mal Schlagzeug ausfallen zu lassen ;-)

So, ich mache Schluss fuer heute. Noch ein Buchtipp von mir: "McMafia" von Misha Glenny, ein superspannendes Sachbuch, was ueber die globalen oekonomischen, politischen und sozialen Verflechtungen von kriminellen Organisationen erzaehlt...ich habe superviel dabei gelernt...hmm, also natuerlich nur im ehrlichsten Sinne, haha. Bis bald. Dagi

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