Alles neu macht der Mai







Ja, es ist schon Mai und ja, es ist schon viel zu lange her, seit ich geschrieben habe. Die Wahrheit ist, mir war einfach lange nicht danach. Nicht, dass ich nichts zum Schreiben gehabt haette...ich hab viel unternommen. Aber ein Blog ist halt ein Blog und keine Tasse Kaffee mit einem Freund und letzteres war mir eher ein Beduerfnis. Auf Arbeit lief es ganz gut, obwohl es anstrengend war. Der groesste DSL-Anbieter hier hat eine Shoppingseite, die sie auf meine Empfehlungen benutzerfreundlich machen; sie wollen alle meine Empfehlungen einbinden, was natuerlich total genial ist. In Deutschland haette ich nie soviel Kundenkontakt haben koennen, also das ist schon ein grosser Pluspunkt. Es gibt trotzem so einige Dinge, die mich ganz grundsaetzlich stoeren, aber ich habe beschlossen, das beste draus zu machen (und mitzunehmen, was ich kann). Naechsten Donnerstag haben wir einen Sportnachmittag neben dem Office, das erinnert mich voll an Ferienlager oder Schultag. Jeder Mitarbeiter wird in ein Team eingeteilt (ich bin passenderweise in 'ROT') und muss sich fuer Aktivitaeten einschreiben. Hab mich fuer Fussball und Touch Rugby entschieden, bin mal gespannt. 

Letzten Freitag hatte ich mein 1-jaehriges Jubilaeum in Australien! Eigentlich wollte ich mit Helen, Shifali und ein paar anderen feiern gehen, aber Shifali ist krank geworden, so dass wir es auf naechsten Freitag verschieben. Der Plan ist DimSim essen, was trinken gehen und anschliessend abtanzen. Freu mich schon total drauf, was ewig nicht mehr richtig tanzen!!! 2 mal die Woche fahr ich zum Schlagzeugspielen, was jetzt, wo wir im neuen Office sind, noch schwieriger zu erreichen ist. Echt, das ist jedesmal ein Kampf da draussen. Ich war heute im Fahrradladen und der Verkaeufer meinte, er sei 9 Monate in London Fahrrad-Kurier gewesen, aber so chaotisch wie in Sydney war es da laengst nicht. Manchmal denke ich, ich muesste einen separaten Blog ueber meine Radabenteuer auf dem normalen Weg zur Arbeit schreiben. Jetzt hat die Stadt eine grosse Plakataktion laufen, "Autofahrer, achtet auf Radfahrer, wenn ihr die Tuer aufmacht", da lach ich mich tot. Wenn sie einen Radfahrer sehen wuerden, waehrend sie FAHREN, waere das mal der erste Schritt. Die positive Seite ist, dass man sich fuehlt, als sei man mit allen anderen Radlern "an der Front", sozusagen im Gefecht der "Rush-Hour-Artillerie". 

Schlagzeug macht immer noch Spass, ich habe mir vor einigen Wochen ein elektronisches Drumkit gekauft, so dass ich jetzt mit Kopfhoerern auch zuhause ueben kann. Muss dringend meine linke Hand trainieren, damit sie schneller wird. Mein Schlagzeiglehrer hat das ganz cool mit einem Ferrari verglichen: ich sei der Ferrari, die 4 Raeder sind die Haende und Fuesse und alle muessen separat und zusammen trainiert werden, damit sie gleichmaessig fahren koennen. Im Moment hinkt meiner also noch ein bissl, aber er ist an sich sehr zufrieden mit mir :-)

Letztes Wochenende war ich im Observatorium. Das wollte ich schon immer mal machen, um mir einmal Mond und Sterne durch das Teleskop anzuschauen. Gott, das war so schlimm da, ich muss das irgendwie nochmal wiederholen. Erstmal war es den ganzen Tag sonnig und als ich dort war, zog sich der ganze Himmel zu :-( Dann war die Tour schrecklich...die Frau hatte gar keine Ahnung, hat sich staendig verhaspelt und widersprochen. Hat mich echt geaergert, Als ich dann doch kurz den Vollmond sa, war ich ein bisschen enttaeuscht...ich dachte, man kann alles noch viel naeher sehen! Naja, also das war leider ein Reinfall.

Davor war ich in der World of Press Fotoausstellung, die glaube ich auch gerade in Hamburg laeuft. Da ich ein Fotografiefan bin, gehe ich gern und oft in Fotoaustellungen, aber diese ist immer besonders aufwuehlend. Am bewegendsten fand ich ein Foto aus El Salvador, auf dem eine Frau erschossen auf der Strasse liegt und der Schulbus faehrt vorbei mit kleinen Kindern, die die Frau anschauen. Echt uebel. Das hat mir wieder bewusst gemacht, wie froh ich sein kann mit meinem Leben und wie selbstverstaendlich Sicherheit fuer mich ist und wie viel wert es ist fuer viele andere auf dieser Welt.

Freitag hatte ich Mittagessen mit einer Kollegin namens Sylvia, mit der ich eigentlich noch nie viel zu tun hatte. Ich hatte sie vor kurzem mal angesprochen auf ihre Fotos am Schreibtisch und dann erzaehlte sie mir, dass sie in ihrem Urlaub nach Afrika faehrt und dort Entwicklungshilfe leistet. Das fand ich echt spannend, wir hatten uns also am Freitag primaer ueber dieses Thema unterhalten und mal sehen, ich spiele mit dem Gedanken, naechstes Jahr fuer 2 Monate irgendwo mitzuarbeiten. Sie hat mich echt beeindruckt, weil sie ein supergrosses Herz zu haben scheint. Sie meinte dann, sie sei froh, dass ich sie angesprochen habe, aber eigentlich bin ich total froh, weil sie eine interessante Persoenlichkeit ist.

Es ist schon spaet, ich werd hier mal 'nen Cut machen. Das naechste Mal mehr und sicher wieder oefter.

PS: Die Bilder sind bunt gemischt aus den letzten Wochen. Das Strandbild und das Surfboard auf dem Rad ist von heute, denn ich hab mir den Seewind um die Nase wehen lassen...hmmm.

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